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Goldpunzen und Goldlegierungen erklärt

Zahlen wie 333, 585, 750, 916, 999 oder 999,9 geben üblicherweise den Goldanteil in Tausendteilen an. Die Übersicht ordnet die im Ankaufsystem verwendeten Feinheiten den Karatwerten, typischen regionalen Verwendungen und einer praktischen Einordnung zu.

Was eine Goldpunze aussagt

Eine Feingehaltszahl bezeichnet den rechnerischen Goldanteil der Legierung. 585 bedeutet beispielsweise 585 Teile Gold von 1000. Zusätzliche Hersteller-, Verantwortlichkeits- oder Prüfzeichen können daneben stehen. Je nach Land können auch Karatangaben, andere Zahlensysteme oder landesspezifische Kontrollzeichen vorkommen. Eine Punze ist ein Hinweis, aber kein alleiniger Echtheits- oder Herkunftsnachweis. Wenn Sie Goldschmuck verkaufen möchten, müssen Sie die Punze oder Legierung vorher nicht selbst sicher bestimmen; Hinweise zu Ablauf und Bewertung finden Sie unter Goldschmuck verkaufen.

Goldpunzen, Karat und Einordnung

Die Tabelle ist mit den im Ankaufsystem verwendeten Goldfeinheiten abgeglichen. Je nach Land, Alter und Hersteller können abweichende Schreibweisen, Karatangaben, andere Zahlensysteme oder gerundete Stempel wie 417 statt 416 vorkommen. Die genannten Länder und Regionen beschreiben typische Verwendungen oder anerkannte Standards; eine Feingehaltszahl allein ist kein sicherer Herkunftsnachweis.

PunzierungFeinanteilEinordnung und Hinweise
999,9 / 24 Karat99,99 % GoldTypische Verwendung: international; besonders bei hochreinen Feingoldbarren und modernen Anlageprodukten. 999,9 bezeichnet 99,99 % Gold und wird im Ankaufsystem getrennt von 999 geführt.
999 / 24 Karat99,9 % GoldTypische Verwendung: international; bei Anlagegold weltweit, bei hochkarätigem Schmuck besonders in Teilen Asiens und des Nahen Ostens. Feingoldbarren, viele moderne Anlagemünzen und hochfeine Goldwaren; wegen des hohen Goldanteils vergleichsweise weich.
986 / 23,6 Karat98,6 % GoldTypische Verwendung: historisch besonders Mitteleuropa, vor allem bei Dukaten aus Österreich und angrenzenden Prägeräumen. Typisch für historische Dukaten und einzelne sehr hochfeine Goldwaren; im Ankaufsystem als eigene Feinheit geführt.
965 / 23,2 Karat96,5 % GoldTypische Verwendung: selten und regional; keine heute klar abgegrenzte Standardregion. Kann bei älteren oder regionalen Goldwaren vorkommen und wird getrennt von 950 und 986 bewertet.
950 / 23 Karat95,0 % GoldTypische Verwendung: international selten; bei einzelnen hochwertigen Schmuck- und Goldwaren. Hochfeine Goldlegierung; im Alltag deutlich seltener als 750 oder 585.
916 / 22 Karat91,6 % GoldTypische Verwendung: Großbritannien bei 22-Karat-Hallmarks und historischen Sovereigns; außerdem Naher Osten und Südasien. Anlage- und Umlaufgoldmünzen sowie Schmuck aus Märkten mit 22-Karat-Tradition; häufig auch 22K.
900 / 21,6 Karat90,0 % GoldTypische Verwendung: historische Goldmünzen in Europa und international; bei Schmuck heute deutlich seltener. Historische Goldmünzen und einzelne ältere Schmuckstücke.
875 / 21 Karat87,5 % GoldTypische Verwendung: besonders Naher Osten und arabische Schmuckmärkte. 21 Karat entspricht 875/1000 Gold und ist beispielsweise in den Vereinigten Arabischen Emiraten als gesetzlicher Goldfeingehalt definiert.
833 / 20 Karat83,3 % GoldTypische Verwendung: ältere europäische Schmuckstücke und regionale historische Legierungen; heute selten. Seltener Schmuckstandard, der von moderneren Feinheiten klar zu unterscheiden ist.
750 / 18 Karat75,0 % GoldTypische Verwendung: international; besonders häufig bei hochwertigem Schmuck in Deutschland, Italien, Frankreich und der Schweiz. Hochwertiger Schmuck, Trauringe und Markenschmuck; oft auch 18K oder 18KT.
585 / 14 Karat58,5 % GoldTypische Verwendung: Deutschland sowie Mittel- und Osteuropa; heute auch international verbreitet. Sehr häufiger Schmuckfeingehalt mit ausgewogenem Verhältnis zwischen Goldanteil und Alltagstauglichkeit.
583 / 14 Karat58,3 % GoldTypische Verwendung: historisch besonders Russland, die frühere Sowjetunion und weitere Teile Osteuropas. Historische 14-Karat-nahe Legierung; bei älteren oder importierten Schmuckstücken möglich und getrennt von 585 zu prüfen.
500 / 12 Karat50,0 % GoldTypische Verwendung: ältere oder regionale Goldwaren in verschiedenen Märkten; heute selten. 12-Karat-Legierung mit 50 % Gold, eher bei älteren oder ausländischen Schmuckstücken und Goldwaren anzutreffen.
416 / 10 Karat41,6 % GoldTypische Verwendung: vor allem USA, Kanada und weitere nordamerikanische Märkte. 10-Karat-Legierung; häufig als 10K oder 10KT, als Tausendteilangabe auch 416 beziehungsweise 417.
375 / 9 Karat37,5 % GoldTypische Verwendung: besonders Großbritannien und Irland; in der Schweiz ebenfalls gesetzlich anerkannter Goldfeingehalt. 9-Karat-Gold ist im britischen Schmuckmarkt besonders gebräuchlich.
333 / 8 Karat33,3 % GoldTypische Verwendung: besonders Deutschland und Teile Mitteleuropas. Häufig bei preisgünstigem Schmuck; oft Ringe, Ketten, Anhänger und Ohrschmuck.

Arabische und nahöstliche Goldkennzeichnungen

Auf Schmuck aus dem Nahen Osten können Feingehalte und Karatstufen auch mit arabisch-indischen Ziffern erscheinen, etwa ١٨, ٢١, ٢٢ oder ٢٤. Die Schreibweise allein beweist kein Herkunftsland; Länder besitzen eigene Regelungen, Herstellerzeichen und Kontrollsysteme.

Arabische Goldpunzen und Goldstempel erkennen

Handelt es sich um eine Goldmünze?

Bei Goldmünzen ist die Feinheit nur ein Merkmal unter mehreren. Im Goldmünzenverzeichnis können Sie bekannte Ausgaben zusätzlich nach Herkunft, Nominalwert, Gewicht, Durchmesser, Ausgabezeitraum und weiteren Merkmalen vergleichen.

Direkt nach Feinheit: 999,9 · 999 · 986 · 916 · 900

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Vergoldet ist nicht massiv Gold

Bezeichnungen und Kürzel wie Gold Plated, Gold Electroplated, Gold Filled, Rolled Gold Plate, Gold Overlay, Doublé oder Amerikaner-Doublé weisen auf eine Goldschicht beziehungsweise auf einen Verbund aus Goldauflage und einem anderen Metall hin. Verfahren und Schichtstärken können sich deutlich unterscheiden. Der Gegenstand besteht dadurch aber nicht durchgehend aus einer massiven Goldlegierung.

KennzeichnungAusgeschriebenEinordnung
GPGold PlatedMit Gold beschichtet; keine durchgehend massive Goldlegierung.
GEPGold ElectroplatedGalvanisch vergoldet; die Goldschicht wurde elektrolytisch aufgebracht.
HGEHeavy Gold ElectroplateStärkere galvanische Goldauflage; der Metallkern bleibt ein anderes Material.
RGPRolled Gold PlateMechanisch aufgebrachte beziehungsweise aufgewalzte Goldauflage auf einem Metallkern.
GFGold FilledMechanisch verbundene Goldschicht auf einem Metallkern; trotz oft stärkerer Auflage nicht massiv Gold.
Gold OverlayGold OverlayMechanisch aufgebrachte Goldschicht auf einem anderen Metall.
Doublé / DoubleDoublé / DoubleGoldauflage auf einem anderen Metall, häufig mechanisch verbunden; kein durchgehend massives Gold.
PlaquéPlaquéFranzösische Bezeichnung für plattierte beziehungsweise beschichtete Ware.
VermeilVermeilVergoldetes Silber; der Kern besteht aus Silber, nicht vollständig aus Gold.
Amerikaner / Amerikaner-DoubléHistorische HandelsbezeichnungÄltere Form von Doublé beziehungsweise plattierter Ware; keine massive Goldlegierung.

Beispiele realer Kennzeichnungen

14K GPDie Goldauflage wird als 14-karätig bezeichnet; die Angabe gilt nicht automatisch für den gesamten Gegenstand.
12K RGPAufgewalzte Goldauflage mit einer angegebenen Goldqualität von 12 Karat.
14K GEPGalvanische Goldauflage mit einer angegebenen Goldqualität von 14 Karat.
1/20 14K GFGold-Filled-Kennzeichnung mit angegebenem Gewichtsverhältnis und Goldqualität der Auflage.
1/40 12K RGPRolled-Gold-Plate-Kennzeichnung mit angegebenem Verhältnis und Goldqualität der Auflage.

Englische oder französische Stempel auch in Deutschland

Auch auf in Deutschland angebotenem oder bearbeitetem Schmuck können englische, französische oder andere fremdsprachige Kennzeichnungen stehen. Die Sprache des Stempels beweist weder das Herkunftsland noch die Materialzusammensetzung.

Wichtig für die Prüfung

Kennzeichnungen wie GP, GF, RGP, Doublé, Plaqué, Vermeil oder Amerikaner-Doublé sind wichtige Hinweise, aber kein abschließender Materialnachweis. Stempel können abgenutzt, unvollständig, herstellerspezifisch oder mit einer Herstellermarke verwechselbar sein. Deshalb müssen die vollständige Kennzeichnung und der konkrete Gegenstand gemeinsam geprüft werden.

Zu den massiven Goldlegierungen

Warum die Prüfung trotzdem notwendig ist

Punzen können fehlen, unleserlich, nachträglich angebracht oder falsch sein. Bei der Bewertung werden deshalb Material, Gewicht, Farbe, Verarbeitung und je nach Stück weitere Prüfverfahren gemeinsam betrachtet.

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